Lost Place Kodex

Lost Places gehören zu den beliebtesten Foto-Locations, weil sie einfach ein besonderes Flair bieten und einem Fotoshooting einen ganz besonderen Charme verleihen. Es handelt sich hier um historische Plätze, wo in ferner Vergangenheit das Leben tobte und Menschen ihren beruflichen und privaten Tätigkeiten nachgegangen sind.


Wenn man diese Locations besucht, ist es zwar verständlich, dass man sich gesittet und respektvoll verhält, aber ich habe auch schon anderes erlebt. Daher stelle ich ein paar Regeln für mich selbst auf, die ich streng befolge. Seht es nicht als generelle Regeln für jedermann, aber als einen liebgemeinten Ratschlag.



Lieber legal statt illegal


Klar, es hat seinen Reiz in ein fremdes Gebäude einzusteigen, aber ich rate lieber dazu, um eine offizielle Erlaubnis zum Besuch des Lost Place zu erfragen. Natürlich ist es mit bürokratischem Aufwand verbunden und vielleicht muss man den einen oder anderen Taler dafür lohnen, aber gerade das macht eure Bilder einzigartig, exklusiv und zu etwas ganz Besonderem. Manchmal sollte man auch etwas investieren, statt riskieren. Ein gutes Gewissen ist nebenbei auch nicht verkehrt. Außerdem bewegt man sich dann in einem gefahrlosen Rahmen, wenn man die Bilder veröffentlichen möchte.


Mein Tipp: Informiert euch vorerst über das Objekt. Der direkte Ansprechpartner wäre das Bezirksamt, welches für das Objekt zuständig ist. Es bedarf zwar einiger Telefonate und Wartezeiten, aber nur so erlangt man eine entsprechende Genehmigung für das Betreten des Lost Place.


Versicherung bei Verletzungen


Fragt am besten gleich bei der Antragsstellung auf Betreten des Gebiets nach der Versicherungslage. Somit sichert ihr euch ab, nicht nur für euch als Fotografen, sondern auch für eure Models oder Begleitpersonen, die mit euch das Fotoshooting durchführen. Stellt euch vor jemand verletzt sich auf dem Gebiet - im schlimmsten Fall übernimmt die Unfall- oder Krankenversicherung diesen Schaden nicht und ihr bleibt auf den Kosten sitzen.


An einem Lost Place besteht durchaus Gefahrenpotential durch Gebäudeschäden, Löcher in Fußböden etc. Ich kenne eine Geschichte, in der ein Fotograf nachts in einen Lost Place "eingebrochen" ist, und durch ein Loch 3 Meter tief fiel. Der Notarzt rückte an und musste ihn befreien. Ob die Versicherung es gecovert hat, kann ich nicht sagen, aber man möchte es sich im Worst Case nicht ausmalen.


Mein Tipp: Bringt für den Besuch auf jeden Fall eine Taschenlampe mit, um euch auch in den eher dunklen Ecken zurechtfinden zu können. Gerade in den dunklen Gassen können plötzlich Löcher im Boden auftauchen, die schnell einen Knochenbruch oder schlimmeres mit sich ziehen können. Sorgt auch dafür, dass euer Handy geladen ist, falls ihr einen Notfall habt. Ein rechtzeitiger Anruf kann mitunter Leben retten.



Kein Vandalismus


Viele Lost Places haben durch den Einfluss der Natur bereits viele Schäden erlitten. Immerhin kommt nicht regelmäßig eine Baufirma vorbei und renoviert die Gebäude. Gerade das macht den Reiz dieser Locations aus. Allerdings habe ich auch schon gemerkt, dass mitunter beabsichtigt nachgeholfen wurde. Zerbrochene Fensterscheiben, Graffiti an den Wänden, eingetretene Türen und zerhauende Wände sind nur einige Beispiele.


Als Besucher des Lost Place sollte man sich respektvoll verhalten und den Ort so wieder verlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Plastikflaschen, Zigarettenkippen oder sonstiger Müll haben an einem solchen Ort nichts verloren - immerhin ist die Location keine Müllhalde, sondern ein Ort mit großer Historie. Außerdem möchte man den Folgebesuchern der Gebäude dieselbe Freude vermitteln, wie man sie selbst verspürt hat. Auch wenn man einige Möbel findet und bewegt, sollte man sie nach dem Shooting wieder dahin stellen, wo man sie gefunden hat.


Kein Diebstahl


Jegliches Equipment, das man findet, gehört nicht nur dem Ort, sondern auch dem Besitzer des Lost Place. Dieser kann entweder zur Stadt selbst gehören oder einem Privatbesitzer. Daher nimmt man nichts mit - auch nicht als Souvenir. Die Bilder, die man beim Shooting macht, sollten Erinnerung genug an das tolle Event sein.


Wenn man etwas aus dem Ort entfernt, macht man sich strafbar. Jeder Gegenstand, sei es ein Möbelstück oder etwas Kleineres, gehört zum Ort und sollte auch dort verbleiben. Immerhin lässt man einen Besucher in den eigenen vier Wänden ja auch nicht einfach ein Dekostück oder das Sofa mitnehmen.



Verbotene Zonen meiden