Den richtigen Preis finden! Aber wie?

Puh ein schwieriges Thema. Auf kurz oder lang wird es bei einem Gespräch zur Preisverhandlung kommen. Aber wie lege ich den richtigen Preis fest? Einerseits will man sich nicht zu günstig anbieten, andererseits aber nicht zu teuer wirken und somit einen potentiellen Auftrag verlieren. Das gesunde Mittelmaß ist oft schwer zu finden.


Zu günstig oder zu teuer? Letztendlich muss man davon leben können.

Sich dem Umfang der Dienstleistung bewusst sein


Ein aufwändiges Fotoshooting durchzuführen ist etwas anderes als innerhalb von ein paar Minuten ein paar Bilder zu knipsen. Daher muss man sich als Auftragsempfänger bewusst sein, welcher Aufwand ein Auftrag mit sich bringt.


  • Handelt es sich um ein Shooting, das einen ganzen Tag dauert oder nur wenige Stunden?

  • Wie soll das Endresultat aussehen und was wünscht sich der Kunde?

  • Müssen noch Requisiten eingekauft oder eine Location angemietet werden?

  • Wie lang ist der Aufwand der Bearbeitung einzuschätzen?

  • Bietet man nur eine Basisretusche der Bilder an, oder wird jedes Bild bis zur Perfektion bearbeitet?

  • Wo soll das Shooting stattfinden? Wie lang ist der Anfahrtsweg?


Wenn man sich diese Punkte vor Augen führt, kann man ein besseres Urteil über den Aufwand fällen und demnach den Preis festlegen.


Welches Budget hat der Kunde zur Verfügung?


Die Preisgestaltung sollte schon realistisch sein. Es ist keine Schande nach einem verfügbaren Budget zu fragen. Somit hat man eine grobe Hausnummer und sowohl der Fotograf als auch der Kunde haben einen gemeinsamen Nenner, auf dessen Basis man die Verhandlungen fortführen kann. Es bietet sich als Fotograf auch an, einen kleinen Discount zu geben, besonders wenn es sich um einen Erstauftrag handelt. Dieser Discount sollte für den Kunden auch sichtbar dargestellt sein, damit dieser auch einen Eindruck von der eigentlichen Preisgestaltung bekommt. Oftmals haben die Auftraggeber gar keine Vorstellung, welche Aufwände ein Auftrag mit sich bringt. Warum auch? Denn sie arbeiten ja nicht in der Branche.


Abrechnung pro Stunde oder je nach Gesamtresultat?


Ich habe nun schon verschiedene Berichte von anderen Fotografen gelesen, wo sich die Preisgestaltung unterscheidet. Einige arbeiten mit festen Stundensätzen, andere wiederum orientieren sich an dem gewünschten Gesamtresultat des Auftrags. Zunächst ist zu sagen: es gibt keine richtige oder falsche Methode der Preisfindung. Setzt man sich mit beiden Methoden auseinander, erkennt man Pro und Contra.


Stundenabrechnung: Die Preisgestaltung pro Stunde ist einerseits messbar für den Kunden und zeigt, dass sich der Fotograf mit dem Auftrag und dem dazugehörigen Aufwand beschäftigt hat. Andererseits kann eine stundenbasierte Preisgestaltung schnell zu hohen Preisen führen, besonders wenn ein Shooting auch einmal eine Stunde länger dauert, als vorher angenommen. Dann alle Stunden strikt abzurechnen, besonders wenn im Kostenvoranschlag etwas anderes festgelegt wurde, sorgt nur für Frustration und Unzufriedenheit von Seiten des Kunden.


Abrechnung nach Endresultat: Hier handelt es sich um ein Pauschalangebot, das man an den Kunden abgibt. Das hat den Vorteil, dass man selbst mit geringem Aufwand einen vorher festgelegten Preis erzielen kann, auch wenn Shooting und Aufwand nur wenig Zeit beanspruchen. Das kann aber auch nach hinten losgehen. Denn sollte man beispielsweise 200 Euro berechnen und den Aufwand vorher falsch eingeschätzt haben, kann man viele Stunden mit der Bearbeitung verbringen. Das führt schnell zur Frustration, weil man ja eigentlich mehr hätte verlangen können. Zudem ist ein Pauschalangebot meist für den Kunden wenig transparent, was beim Erstauftrag möglicherweise Skepsis von Seiten des Kunden hervorrufen kann.


Die Anzahl von Bildern begrenzen?


Ich kenne es von einigen Fotografen, dass sie eine maximale Anzahl von Bildern zur Auswahl bereitstellen, die der Kunde erhalten kann z.B. von 100 gemachten Bildern, kann sich der Kunde dann 5 bis 10 aussuchen. Weitere Bilder werden dann zusätzlich berechnet. Wie man dies handhabt, muss man selbst entscheiden aber wenn beispielsweise viele gute Bilder entstanden sind und der Kunde nur eine begrenzte Auswahl hat, kann das leicht zur Frustration führen.


Ich selbst gebe meinen Kunden gern die Möglichkeit sich eine größere Auswahl an Bildern auszusuchen, denn ich kann mich in die Lage hineinversetzen, wenn man nicht nur 15 Bilder aus einem Shooting von 150 Bildern haben möchte. Abstriche mache ich allerdings in der Bearbeitung, denn wenn ca. 50 Bilder bearbeitet werden sollen, dann ist das natürlich ein Aufwand, der mitunter Stunden in Anspruch nehmen kann.


Fotos abliefern und fertig? Nix da!


Als Fotograf bietet man nicht nur einfach Bilder an, sondern auch ein Erlebnis. Für viele Kunden ist ein Fotoshooting mit einem professionellen Fotografen nicht selbstverständlich und erfordert einige Überwindung. Umso wichtiger ist es auch, professionell zu sein, Vertrauen aufzubauen und dem Model eine gute Zeit zu vermitteln. Auch nach dem Fotoshooting und der Lieferung der Bilder, ist ein Fotograf treuer Ansprechpartner für weitere Ideen und Feedback.


Ein kleiner Tipp: Weiterhin mit den Bildern beschäftigen


In einer freien Minute nehme ich mir gern die Zeit um Bilder aus vergangenen Shootings zu bearbeiten und kreativ eine neue Message zu verleihen. Das stelle ich dann gern dem Kunden kostenfrei zu Verfügung, einfach aus gutem Willen. Einerseits schult dies die eigene Kreativität und andererseits kann man Kunden mit der neuen Bildkomposition erfreuen. Es macht Spaß, sich mit den Bildern zu beschäftigen und zu experimentieren. Umso schöner ist es, wenn der ehemalige Kunde ebenso Freude am Resultat hat. Zudem ruft man sich wieder ins Gedächtnis und erhält vielleicht die Chance auf ein weiteres Shooting.


Fazit: Es gibt einige Methoden die Preisgestaltung vorzunehmen. Letztendlich gibt es kein Patentrezept, aber man kann sich an diversen Eckpunkten orientieren. Letztendlich muss man sich bewusst werden, welcher Aufwand ein Auftrag mit sich bringt. Die Hauptsache ist, dass man mit der Vergütung eines Auftrags selbst zufrieden ist. Die Preisgestaltung ist ein Lernprozess, der nie aufhört.

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