• Marco Wichert Fotografie

Motiv ins richtige Licht rücken

Aktualisiert: 3. Juni 2019

Das Wort Fotografie stammt aus dem Altgriechischem und setzt sich aus den Worten "Photos" (Licht) und "Graphein" (malen, zeichnen) zusammen. Daher spielt Licht in seiner Vielfalt eine essentielle Rolle für unsere Branche. Der richtige Lichteinfall und die korrekte Lichtintensität können den entscheidenden Unterschied zwischen einem guten und weniger guten Foto ausmachen.


Tageslicht ist King


Das natürliche Tageslicht ist das beste Hilfsmittel für ein gelungenes Foto. Klar gibt es Möglichkeiten auch durch künstliches Licht im Studio eine effektive Lichtkulisse zu schaffen, allerdings sehe ich persönlich das Tageslicht als die optimale Lösung. Lichtverstärkung und Scheinwerfer sind optionale Hilfsmittel, die bei bewölktem Himmel oder in dunklen Räumlichkeiten genutzt werden können. Wie aber nutzt man das Tageslicht optimal? Hier gibt es ein paar Faustregeln, die einerseits zwar helfen können, andererseits nicht immer anwendbar sind.


"Zwischen elf und drei, hat der Fotograf frei."


Diese Regel bezieht sich auf den Stand der Sonne und den dadurch gegebenen Lichteinfall. Vor 11:00 Uhr vormittags kann man einen Sonnenstand, in dem das Licht einen niedrigen Einfallswinkel aufweist. Somit kann man das Motiv zusammen mit der Sonne ablichten. Besonders im Frühjahr, wenn die Tage länger werden, kann man den Morgen nutzen, um das Morgenrot oder Nebelszenarien in der freien Natur zu fotografieren. Zwischen 11:00 und 15:00 ist der Sonnenstand zu hoch für eine emotionale Lichtkulisse. Der Einfallswinkel ist zu hoch und gerade in den Mittagsstunden zwischen 12:00 und 13:00 ist steht die Sonne fast senkrecht über dem Boden. Ab 15 Uhr ist der Winkel wieder besser und man kann die Abenddämmerung besser ausnutzen. Die Faustregel ist allerdings nicht überall anwendbar, denn man kann nicht immer nach der Uhrzeit gehen, sondern muss auch die Witterung und den Bewölkungsgrad berücksichtigen.


Tipp: Gerade wenn die Sonne im Zenit, also senkrecht über dem Boden, steht, muss man auf sein Model aufpassen, denn die UV Strahlung und Chance auf Sonnenbrand ist recht hoch. Also, regelmäßig eincremen und auch mal im Schatten eine Pause gönnen. Viel trinken sollte ebenfalls auf dem Programm stehen.


Tipp: Um den Sonnenstand für den Tag zu planen und eine Vorstellung zu bekommen, gibt es online bereits wertvolle Hilfsmittel wie bspw. die mobile App "Sun Surveyor Lite". Diese App gibt einen Überblick des Sonnenverlaufs pro Tag basierend auf die Himmelsrichtungen mit grafischer Darstellung.



"Wenn die Sonne lacht, nimm Blende acht."


Ja, hier kommt es auf die Dreisamkeit zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO Wert. Wenn das Sonnenlicht sehr hell einfällt und das Bild nicht überlichtet werden soll, ist es ratsam die Blende etwas zu erhöhen, sprich den Lichteinfall zu reduzieren. Hier ist der Wert 8 ein gutes Mittelmaß, welches als Ausgangspunkt für Anpassungen der Einstellungsmodi fungieren kann. Wichtig ist es auch die Belichtungszeit so zu wählen, dass keine Überbelichtung stattfindet. Zu guter Letzt sollte der ISO Wert auf ein Minimum reduziert werden. Erst wenn die beiden letzteren Einstellungen angepasst wurden, macht die eigentliche Faustregel Sinn.


Ein gelungenes Foto mit der perfekten Belichung ist also nicht nur von der Blende selbst abhängig, sondern hängt auch von der Belichtungszeit und dem ISO Wert ab. Man kann sich die Regel im Hinterkopf abspeichern, aber es ist keine Patentlösung.


Warum Tageslicht, der ISO Wert reicht doch vollkommen aus, oder?


Ich muss eines vorweg sagen: Ich mag den ISO und sehe ihn als ein effektives Hilfsmittel, er bleibt für mich allerdings nur ein Hilfsmittel. Prinzipiell versuche ich das Tageslicht so optimal wie möglich zu nutzen und den ISO Wert so niedrig wie möglich zu halten. Warum? Naja, meine Kamera besitzt ein gewisses Rauschverhalten, wenn der ISO Wert zu hoch gesetzt wird. Daher ist das Bild sehr "körnig" wenn man es größer betrachtet. Für geringe Anpassungen ist der ISO Wert durchaus sehr nützlich, allerdings bringt er nichts in dunklen Räumen oder Umgebungen, denn das Motiv wird nicht sehr scharf, im Gegenteil. Gerade in der späteren Bildbearbeitung, merkt man, dass die Nutzung von natürlichem Tageslicht sich mehr lohnt, als eine technische Nachbelichtung durch die ISO Einstellung.


Wozu Tageslicht? Ich hab doch den Blitz


Stimmt, allerdings kann der Blitz auch sehr viel zerstören. Ich selbst nutze ihn sehr sehr selten, denn das Motiv wird einfach nicht gut belichtet. Besonders der integrierte Blitz in der Kamera ist noch ganz anders, als der Aufsteckblitz, der deutlich besser ist. Den Blitz würde ich nur bei zusätzlichen Lichtquellen wie schwächeres Tageslicht oder Softboxen im Studio einsetzen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass das Bild unnatürlich aussieht und man keine wirkliche Freude an en Bildern hat.

Fazit: Tageslicht ist die beste Lichtquelle für die Fotografie, die man nutzen kann. Bei Studiofotografie ist das eine andere Geschichte, aber ich beziehe mich auf die generelle Fotografie bspw. Outdoor. Die Faustregeln geben eine grobe Richtung an der man sich orientieren kann, allerdings handelt es sich nur an Richtlinien. Hier sollte man auch andere Faktoren für das ideale Licht berücksichtigen.

Marco Wichert Fotografie

Flensburger Straße 21 - 10557 Berlin

Copyright 2019 Marco Wichert Fotografie

Marco Wichert

Fotografie

@2023 by Charlotte McCoy. Proudly created with wix.com