• Marco Wichert Fotografie

Ein Foto-Vorgespräch? Besser is.

Natürlich kann man sich einfach spontan treffen und ein paar Bilder machen. Besonders wenn man sich schon länger kennt und ein paar gemeinsame Fotoprojekte umgesetzt hat, ist das ja kein Problem. Wenn sich allerdings sowohl Auftraggeber und Fotograf sich noch nie über den Weg gelaufen sind, dann macht ein Gespräch vorab absolut Sinn.


Ein Vorgespräch ist unschätzbar wertvoll und bringt euch voran.

Wozu ein Vorgespräch? Es geht doch einfach um Bilder, oder?


Ein Vorgespräch kann sowohl für den Auftraggeber als auch den Fotografen unschätzbar wertvoll sein. Besonders wenn es um persönliche Bilder wie Portraits oder Dessous- oder sogar Aktaufnahmen geht, ist es absolut wichtig, dass eine gewisse Chemie bzw. Sympathie zwischen Model und Fotograf vorhanden ist. Immerhin würde ja niemand eine wildfremde Person in die eigene Wohnung eintreten- und einfach Bilder machen lassen.


Wenn sich ein Model nicht wohlfühlt oder unsicher ist, sieht man das auf jedem Bild und beide Parteien haben dann wenig Freude an dem Endresultat. Ein Fotoshooting sollte ein Event sein, was in erster Linie Spaß macht und woran man sich gern zurückerinnert. Dafür muss aber die berühmte Chemie zum Fotografen stimmen. Natürlich kann man auch alles via Schriftverkehr regeln, aber ich empfehle: redet miteinander. Es wird sich lohnen.


Was bespricht man denn in einem solchen Vorgespräch?


Zunächst begegnet man sich bei diesem Gespräch auf Augenhöhe und man lernt sich einfach einmal kennen. So sieht man leicht, ob beide Charaktere zueinander passen. Man könnte es wie ein Date ohne Dating-Hintergrund bezeichnen. In einem Vorgespräch kann man diverse Themen behandeln:


  • Was ist das gewünschte Endresultat? Was soll auf den Bildern zu sehen sein?

  • Gibt es bestimmte Foto-Szenarien, die umgesetzt werden sollen? Welche Ideen liegen bereits vor?

  • Gibt es mögliche "Problemzonen" oder Partien, die nicht abgelichtet werden sollen?

  • Wo und wann soll das Fotoshooting stattfinden? Wann sollen die Bilder fertig sein?

  • Muss ein separates Studio gemietet werden? Welche Requisiten sind notwendig?

  • Werden die Bilder für den Druck oder nur für die Webnutzung benötigt?

  • Welche Kosten fallen für das geplante Shooting an?


Die Themen sind natürlich nur Beispiele, allerdings sind das Punkte, die für mich persönlich sehr wichtig sind und die Details, die ich für die Erstellung eines Kostenvoranschlages und die Aufwandseinschätzung benötige.


Ein Anzug ist wohl etwas too much, aber tageslichttauglich sollte man sein.

Was sollte man mitbringen? Gibt es einen Dresscode?


Naja, wie bereits gesagt, Date ohne Datinghintergrund. Einerseits sollte man sich nicht unbedingt in Jogginghose nach dem dritten Tragetag und verwaschenem Schlabbershirt präsentieren, andererseits braucht man auch nicht übertreiben und im Anzug auftauchen. Es kommt auch ganz auf den Auftraggeber an, also ob es sich um einen gewerblichen Kunden oder einen Privatkunden handelt. Ich persönlich ziehe gern ein Hemd und Jeans mit meinen geliebten Converse Chucks an. Das mag zwar nicht dem geschäftlichen Knigge entsprechen, aber das bin nun mal ich und ich fühle mich so einfach wohl. Solange man gepflegt auftritt, sollte dem Gespräch nichts im Wege stehen.


Mitzubringen ist ein erstes Moodboard oder ein kleines Portfolio an Beispielbildern, wie man sich nach dem ersten Kontakt einfach ein paar Bilder vorstellt. Oftmals hat der Auftraggeber noch keine festgelegte Vorstellung vom Endresultat und somit hat man die Möglichkeit, anhand von Beispielbildern zu zeigen, wie es aussehen kann. Das zeigt auch, dass man sich als Fotograf vorher Gedanken über den Auftrag gemacht hat und somit hat man eine erste Gesprächsgrundlage.


Was, wenn das Vorgespräch nicht erfolgreich verläuft?


Wenn sich in einem Gespräch herausstellt, dass die Chemie nicht stimmt oder sich keine gemeinsame Grundlage für ein Fotoshooting aufbaut, dann ist es zwar schade, dennoch eine wertvolle Erkenntnis. Somit hat sich das Vorgespräch dennoch gelohnt, denn man vermeidet ein gezwungenes Shooting, wo beide Parteien sich unwohl fühlen und das Endresultat vermutlich auch nicht so schön wird. Auch wenn es unangenehm ist, macht es keinen Sinn ein Shooting durchzuführen, wenn eine von beiden Parteien sich nicht wohlfühlt.

Fazit: Wichtig ist: seid authentisch, seid selbstbewusst ohne arrogant zu wirken und (ganz wichtig) seid ehrlich und sagt wo eure Grenzen liegen und was ihr umsetzen könnt, oder eben nicht. Wenn ich bspw. von Sportfotografie keine Ahnung habe, eigne ich mich einfach nicht für das Fotografieren einer Sportveranstaltung. Es ist keine Schande ein Shooting frühzeitig abzusagen, solange man sicher ist, dass man das Richtige tut. Das Ziel der Fotografie sollte nicht das Geld, sondern vielmehr die Kreation schöner Bilder, an denen der Auftraggeber lange Freude hat, sein.

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